Jul 27 2010

Hallo!

Ein Mini-Miniblog, mit dem ich den eigentlichen Zweck für diesen Blog erfüllen werde. Paint Comics! Ich hatte noch einen, aber der ist gerade auf dem Laptop und ich bin zu faul, aufzustehen. Deswegen kommt er später.

Isaac_Clarke_umringt_von_Schmetterlingen.png

Jul 05 2010

Hallo.

Wie ich vor kurzem bemerkte ist Sommer. Ich mache nicht allzu häufig die Vorhänge auf, weil dann Leute in mein Zimmer schauen können und das finde ich fies, deshalb ist dieser Sichtschutz immer vor den Fenstern, kühlt mein Zimmer etwas ab und lässt mich nur erahnen, welche Jahreszeit gerade draußen das Szepter an sich gerissen hat und mit eiserner Faust regiert. Doch nicht nur mir ist es aufgefallen, auch Gabe Newell und seinen Freunden bei Valve haben die Vorhänge zur Seite geschoben und mit Pizza in der Hand aus ihrem Hochhausbüro auf die Welt geschaut. Und sie rief “RETTE MICH!”, doch sie schauten herunter und flüsterten “Wir sollten mal Pennies runterwerfen…”.

Als sie sich wieder von ihrem Fenster abwandten und sich in ihre Commander-Chairs setzten, dachten sie darüber nach, was man denn als Spieleentwickler und Publisher im Sommer so tun könnte. Es ist warm draußen, die Sonne scheint, die sonst so verhüllten Menschen kleiden sich freizügiger, Frühlingsgefühle liegen in der Luft, wilde Sommerromanzen bahnen sich an…zu schade, dass alle Computerspieler allergisch gegen alle Natur sind und sich nur in ihrer dämmerig erhellten Festung aus Pfandflaschen und Instantnudeln wohl fühlen können. Dies wissen die Valve-Leute selbstverständlich, sie waren und sind nicht viel anders, doch können sie sich auch gut an ein Phänomen erinnern, das während dieser Jahreszeit um sich greift und auch vor Spielern nicht halt macht.

Das Sommerloch.

Im Gegensatz zum gemeinen Eichhörnchen, welches sich gewisse Vorräte für den Winter in den Boden buddelt, so müssen wir Spieler während des Winters und sehr frühen Frühlings hinaus in die Spieleläden ziehen und mit unseren angesammelten Credits die Gamestops dieser Welt leerkaufen, auf das wir im Sommer nicht vor unserem Regal stehen und mit traurigem Blick sagen müssen, dass wir bereits alles durchgespielt haben. So schön es ist, gute Spiele nochmals einzulegen, man braucht auch mal etwas neues. Und da kam Valve auf die brillante Idee, es den Bekleidungsgeschäften gleichzutun und einen großen Summer-Sale zu initiieren. Unzählige Spiele werden seit einigen Tagen oder Wochen für äußerst günstige Preise unter die Spielerschaft gebracht, selbst neuere Titel wie Mass Effect 2 sind schon fast für Importpreise zu haben.

Ich sträubte mich lange dagegen, aber irgendwann, nachdem ich schaute, dass sie ungeschnitten und auf Englisch sind, kaufte auch ich mir über Steam vier Spiele, die gesamte Penumbra-Reihe und Cryostasis, für nicht mehr als 12,48€. Freudig erregt startete ich Cryostasis und nach kurzer Zeit wurde mir klar, dass ich da ein wirklich, wirklich gutes Spiel gekauft habe. Als kleine Zusammenfassung, was man dort tut: der Hauptcharakter ist am Nordpol, findet einen festgefahrenen Eisbrecher und untersucht, was dort geschehen ist. Kurz nachdem man auf dem Schiff angekommen ist, hat man erste Visionen von dem, was geschah und muss sich gegen die Überreste der Crew wehren.

Nachdem das nun aus dem Weg ist; während der gesamten Spielzeit, natürlich im Dunkeln, hat Cryostasis es geschafft, dass ich unheimlich angespannt war, wie es sich für ein Horrospiel gehört. Allein der Gedanke, halbwegs alleine auf einem gewaltigen Atomschiff unterwegs zu sein ist schon nicht so schön, wenn dann noch dazukommt, dass alles verfallen, mit Frost überzogen und kaputt ist, die letzten Stunden der Crew im Eis eingefroren sind und man darauf hoffen muss, dass man möglichst bald wieder eine Wärmequelle findet, wird es nochmal so angsterfüllend, über dieses Schiff zu laufen. Dazu dann noch das gute (wenn auch nicht sehr abwechslungsreiche) Gegnerdesign, die ständigen Visionen und hektische Kämpfe und man hat ein Spiel, von dem man mich kaum noch loskriegt. Das schadet zwar sehr meinem Schlafverhalten, aber das ist ja nicht so wichtig, wenn man Spaß hat!

Cryostasis

Aber es hat nicht nur gute Seiten, dieses Spiel, beileibe nicht. Die Steuerung ist etwas hakelig, es gibt stellenweise Designmängel wie unsichtbare Barrieren, damit man nicht vom Weg abkommt, die Animationen wirken etwas ruckelig und allgemein ist dieses Spiel nicht so glattpoliert wie Großproduktionen wie Assassins Creed oder Unreal Tournament 3. Und mir fiel dabei immer mehr und mehr etwas auf.

Dieses Phänomen trifft auf unheimlich viele Spiele aus dem Osten zu.

Da gibt es S.T.A.L.K.E.R., im Vorfeld unglaublich hochgehypt, ich habe es mir am Releasetag gekauft und war enttäuscht darüber, wie wenig von dem, was versprochen war, doch drin war. Aber nach dem ersten Durchgang, als ich mit einer anderen Mentalität an das Spiel heranging, bemerkte ich erst diese Atmosphäre, das Gefühl der Einsamkeit und des Verfalls in der Zone. Ich fand großen Spaß daran, durch die Ruinen der Industrieanlagen zu streifen und zu schauen, ob irgendwo etwas lag, das auf die Zeit vor dem Reaktorunfall in Chernobyl hinwies. Als es dann nach Prypjat ging und ich einen Kindergarten erkunden konnte, war es voll und ganz um mich geschehen. Und wer Stalker kennt, weiß, dass es weit entfernt von “rund” war. Unglaublich viele Bugs, kaum übersetzte Sprachausgabe, falls überhaupt eine vorhanden war, gewaltige Laufwege und kaum bis gar keine Interaktionsmöglichkeiten mit der Umgebung (man konnte Sachen entweder ansprechen, aufmachen oder mit dem Messer zerpieken) und dennoch bin ich unheimlich gerne in der Zone unterwegs, versuche immer, zu neuen Plätzen zu kommen und etwas zu entdecken.

Get out of here Stalker!

Großer Fehler! Troika Games kommt trotz unglaublich verbuggtem Bloodlines und russischem Namen nicht aus dem Ostblock sondern aus den USA! Oh Gott, Schande…

Aber ach, egal wie viel ich darüber schreibe, meine Worte können die Erfahrung einfach nicht adäquat wiedergeben. Ich weiß nicht, wie, aber die Leute aus dem Osten schaffen es, die verbugtesten, hakeligsten und unpraktischsten Spiele zu programmieren und mir damit trotzdem eine großartige Zeit verschaffen. Wer wert auf Atmosphäre legt und nicht sofort die Tastatur in den Bildschirm rammt, wenn man mal wegen eines Bugs zu einem Stunden zurückliegenden Savegame greifen muss, der sollte sich definitiv solche Spiele mal anschauen. Auch empfehlen kann ich The Witcher, Metro 2033 und zu gewissen Teilen Pathologic, selbst wenn mich dieses dann doch irgendwann einfach nur zur Verzweiflung brachte. Was schade ist, da ich gerne selbst herausgefunden hätte, was in diesem riesigen Gebäude am Stadtrand ist. Irgendwann vielleicht…irgendwann.

Jetzt aber nochmal ins Bett, gestern bis 4 Cryostasis gespielt. Dass man immer so lang warten muss, bis es draußen dunkel wird…aber dann geht’s mit Penumbra weiter. Vielleicht können es die Nordmänner auch so gut mit der Atmosphäre.

Und vielleicht mal ohne Bugs.