Jun 22 2010

Hallo

Vor einiger Zeit saß ich bei @Darkchikara herum und beobachtete mit einer gewissen Menge Amusement meinerseits, wie sie verzweifelt versuchte, ihre Maus unter Kontrolle zu bringen. Sie hat eine dieser Mäuse, wo jeder, der sie sieht, direkt weiß: “Da sitzt ein Mädchen am Computer”. Klein und bunttransparent liegt sie auf dem Mauspad umher und ist schick weil sie so bunt ist. Leider ist diese spezielle Maus äußerst eigenwillig und wirkt eher wie HAL, wenn man sie benutzen möchte, vor allem, wenn man sie auf den Rücken dreht und in den Laser starrt. So saß ich, wie eingangs beschrieben, auf einem Stuhl und konnte schon die Stimme der Maus hören, während meine gute Freundin wild am Mausrad herumdrehte. “Das kann ich nicht zulassen, Hannah.”. Übrigens die einzigst wirklich gute Stelle in 2001, sonst ist der Film ziemlich schwer zu ertragen. So unglaublich langsam und…ereignislos. Aber immerhin hatten wir Spaß daran, uns drüber lustig zu machen, und HAL ist ziemlich fein.

Wie dem auch sei, sobald man bei dieser Maus auch nur dran denkt, das Mausrad in irgendeiner Form zu berühren, dreht sie völlig am Rad (JAWOLL!), springt beim scrollen wild hin und her und interpretiert klicken damit als genau das, was man gerade nicht braucht. Auf einen Link damit geklickt? “Du möchtest lieber scrollen, Nutzer. Glaube mir.” Ich glaube, eines Tages werde ich die Maus einfach mit dem Rücken an die Wand kleben, alles mit Alufolie umwickeln und so tun, als wär ich auf einer Raumstation. Viele Fans würden ankommen und Eintritt zahlen, um das authentische Dave-Gefühl zu haben und nach wenigen Minuten wimmernd zusammenzubrechen, ob der Taten der Maus an der Wand.

Nachdem ich nun einen neuen Zweig für mein Imperium des Geldverdienens fand, komme ich zurück zum eigentlichen Thema. @Darkchikara s aktuelle Maus ist, wenn ich mich recht entsinne, bereits die zweite in den circa zweieinhalb Jahren, in denen ich sie kenne. Das klingt eigentlich gar nicht so schlimm. Eine Maus ist permanent im Einsatz, muss tausende Klicks pro Tag über sich ergehen lassen, wild herumgeschubst werden und sich manchmal auch verzweifelt am USB-Kabel festklammern, falls man sie aus Versehen zu wild herumgeschubst hat. Und diese Minimäuse sind auch nicht allzu teuer, weswegen es nicht zu tragisch ist, sollte sie mal kaputt gehen. Eigentlich ist diese Maus auch recht amüsant, weil sie so klein ist, dass ich sie schonmal in meiner Hand verloren hab und sie am Kabel aus meiner Lebenslinie angeln musste. Und einmal hab ich sie in den Mund genommen und den Mauszeiger mit meiner Zunge gesteuert. Bis ich mich dran verschluckte.

Eigentlich habe ich auch kein wirklich großes Problem mit dieser Maus, denn ich weiß, dass ich sie nur sehr temporär nutzen muss, wenn überhaupt. Denn zu Hause, da wartet meine auf mich. Kleine Vorgeschichte:

Ich hocke schon seit etwas längerer Zeit vor dem Computer, angefangen mit dem Arbeitscomputer meines Vaters (eine Geschichte, die ich vielleicht in einem anderen Post behandeln werde) zu einer Zeit, wo die Standardmäuse kein Rad hatten und man bei der Frage nach einer optischen Maus ausgelacht wurde und die Menschen sagten “Ist doch optisch, man kann se doch sehen!”. Zu einer Zeit, wo man die Kugel aus der Maus nahm und sie als Flummi oder Analog-Pongball verwendete und immer mal wieder die Maus reinigen musste, weil sie keine Bewegungen mehr registrierte. Ich frage mich in Retrospektive, warum man Staubsauger nicht aus Kugelmäusen gebaut hat, denn sie scheinen allen Dreck von der gesamten Oberfläche auf der sie liegen wie mit schwarzer Magie anzuziehen. Ob die Firmen damals alle einen Hexer anstellten, um ihren Eingabegeräten diese Fähigkeit zu verleihen…?

Wo war ich eigentlich? Oh ja, meine Hand hat schon viele Mäuse berührt. Wie gesagt begann es mit Kugelmäusen, erst die, die am PC meines Vaters angeschlossen war, doch irgendwann bekamen wir Kinder erst einen Rechner für uns, dann jeweils einen für uns beide. Und seit dem kam mir privat nichts anderes mehr als Logitech an die Rechte. Anfangs eine Funkmaus, mit der ich ein Spiel spielte, welches mir in süßer Erinnerung blieb, durch sein besonderes Bedienkonzept und eine Facepalmgeschichte. Silver.

Der blonde Ritter mit grünem Nebel an den Händen war der Hauptcharakter be te weh

Wenn mich mein Gedächtnis nicht täuscht, und wann tut es das schon, musste man um anzugreifen die linke Maustaste gedrückt halten und die Maus dann in eine bestimmte Richtung bewegen, je nach gewünschtem Schwertstreich. Das Inventar wurde mittels gedrückter rechter Maustaste aufgerufen, ein Ringmenü erschien, durch das man sich schnell per Mausbewegung durchhangeln musste, denn das Spiel wurde dazu nicht pausiert. Und da saß ich also, als kleiner Drops mit einer Funkmaus in der Hand an dem Spiel und spielte und spielte und spielte, besiegte Gegner um Gegner und fühlte mich ganz toll. Doch wie es solche Annekdoten an sich haben, geht es nicht gut weiter. Es kam ein Bosskampf, ich hackte auf ihn ein, er aber irgendwie kräftiger auf mich, weswegen ich ständig hektisch, geradezu panisch das Menü aufrief, um schnell Heiltränke einzuwerfen, bis ich ihn auf ein Viertel seiner Ursprungs-HP heruntergeschlagen hab. Und plötzlich funktionierte es nicht mehr so wirklich. Das Menü erschien nur noch sporadisch, meine Angriffsbefehle wurden immer häufiger ignoriert und ich starb. Oh war der kleine Harlevin wütend. Das lief noch zwei Mal genau so bis ich dann genug hatte und dachte “Fuck it, Mercer” und das Spiel beendete. Morgen wird alles besser, so dachte ich. Wurde es aber nicht. Verzweifelt connectete und disconnectete ich die Maus über dieses Receivergedongel, was damals noch riesig war und Sichtkontakt zur Maus benötigte, Bluetooth gab’s ja noch nicht, und wusste einfach nicht mehr weiter. Warum funktionierte die Maus überall, nur in Silver nicht mehr so richtig? Sogar den Treiber habe ich neu installiert!

Es ist schon lustig, wie viele Stunden man braucht, um mal auf die Idee zu kommen, die Batterien der Maus zu wechseln.

Danach war ich dann eher der bodenständige Kabelmaustyp. So konnte sie auch nicht so schnell vom Tisch fallen und es konnten keine Batterien mehr leer gehen! Ich kaufte mir noch zwei Mäuse, bis dann die Maus erschien, die nun rechts neben meiner Tastatur liegt.

Und damit zurück zur Gegenwart. Ich komme von Hannah zurück in meinen Kabuff, setze mich auf meinen Commander-Chair, drehe mich zu meinen Bildschirmen und lege meine Hand sanft, geradezu zärtlich auf die ergonomischen, fast weiblichen Kurven der glorious Königsrasse aller Mäuse, zu deren Untertanen ich mich zählen darf. Seit fünf oder sechs Jahren ist sie nun an meinen PCs angeschlossen, hat sicherlich mittlerweile Distanzen zurückgelegt, von denen viele Menschen nur träumen und funktioniert noch so, wie am Tage, als ich sie aus der grün-weißen Verpackung befreite.

Die MX518, die beste Maus der Welt.

DPI Umstellung, Vor- und Zurückbuttons, ein schickes Muster, das scheinbar von Maus zu Maus variiert und bei mir an einer Stelle aussieht wie ein Gesicht und eine Mystery-Taste (die mit dem roten Viereck drauf), die wie der ominöse Schalter, der in jedem Haus auf dieser Welt vorhanden ist, ist. Man drückt sie und es passiert sicher irgendwo etwas, man weiß nur nicht wo und was.

Ok, bevor Kommentare kommen: die Taste ist, wenn ich mich recht entsinne, dazu da, dass man Programme umschalten kann, wie Alt+Tab, das funktioniert aber nur, wenn man den Extratreiber von Logitech installiert hat und das hab ich nicht. Pf. Hoffe, ihr seid jetzt zufrieden, ihr Spielverderber.

Mehr kann eine Maus nicht bieten und dabei noch so prima aussehen, gut bedienbar und langlebig sein wie die MX518. Logitech, ihr habt die beste Maus der Welt erschaffen und dafür möchten ich und die Spielerschaft euch danken. Vielleicht wird Hannah sie sich auch endlich mal kaufen und feststellen, dass sie nicht zu groß ist sondern exzellent passt! Tu es, komm schon. Tu es.

Vielleicht mögen gerade auch die Razer- oder Microsoftleute einen Kommentar in ihrem Kopf formulieren und meinen “Ha, deine Mause ist doof, meine ist viel besser”. Aber das stimmt nicht.

Und das ist Fakt.

Jun 16 2010

Hallo!

Ich mag es, ins Kino zu gehen. Kino hat für mich eine Atmosphäre, die ich nirgendwo reproduzieren kann. Man könnte mir ein 23.7 Soundsystem hinstellen mit einem 102″ RGB-LED LCD und es wäre dennoch nicht das selbe. Im Kino stellt man sich irgendwo an, schaut sich während man wartet die in diesem Kino laufenden Filmtitel an, “Oh, das könnte ja interessant sein…” und merkt nicht, dass die Personen, hinter denen man ansteht, einen komisch anschauen. Man dreht sich zu seinen Freunden um und redet über den Film, in den man gehen wird, wie toll der Trailer war, in welchen Film man noch gehen könnte, “Warum bewegt sich die Schlange ni-…oh…”. Nachdem man sich dann von der Gruppe unschuldiger Kinogänger gelöst hat, die noch auf ihre Freunde wartete und sich in die wirkliche Schlange eingeordnet hat, geht es dann Schlag auf Schlag. “X Karten für Film Y bitte, Loge!” und ab zum Popcorn. POPCORN! Es gibt nur zwei wirklich gute Arten von Popcorn, Kinopopcorn und Festivitätenpopcorn. Diese knackige, goldgelbe Zuckerschicht um die aufgeexplodierten Maiskörner, die die Zunge mit einer Welle der Süßigkeit (<- dort ist ein Wortwitz enthalten) überspült, gibt es nur dort. Ich herze dieses Popcorn so sehr…

Als ich das erste Mal sah, wie die Popcorntheke im Kino wieder aufgefüllt wurde, habe ich mir eines vorgenommen: wenn ich mal reich bin, kauf ich mir auch so einen 240 Liter Plastiksack voller Popcorn und schlafe drauf. Und am Morgen nomme ich es weg. Meine Zukunft leuchtet hell!

Doch hier geht es um etwas anderes, ich nehme ein ganz spezielles Beispiel. Ich weiß nicht mehr genau, welchen Film wir sehen wollten, doch etwas anderes ist mir noch sehr genau im Gedächtnis geblieben. Unschuldig saß ich in meinem Sessel, nichts ahnend, geradezu naiv, verträumt, verspielt wie ein kleines Kätzchen. Popcorn mümmelnd und Cola schlürfend. Bequem war der Sessel. Oh wie bequem er war. Ich möchte mir einen Sessel aus Popcorn bauen.

Mit weit aufgerissenem Mund, sodass ein paar Popcornkrümel herunterfielen, und wild auf die Leinwand zeigendem Finger, halb sitzend, halb auf dem Boden liegend, starrte ich meine Begleiter an, wort- wie auch atemlos. Mit verwundertem Blick wurde ich angeschaut, “Was denn?” fragte man mich. Ich schaute auf die Leinwand, ich schaute meine Freunde an, wieder die Leinwand -

“FALLOUT IM KINO! FALLOUT IM KINO !”

Schaum bildete sich vor meinem Mund während ich aufsprang und wild über die Sitze tanzte. Kein Wunder, dass ich nicht mehr weiß, in welchem Film wir waren…

Es war perfekt. Post-apokalyptisches Szenario, alles kaputt, ein Wanderer, die Einsamkeit, irgendwelche zusammengebastelten Waffen und ein dicker Typ mit Gasmaske und Kettensäge. Ich steh drauf, wenn Kettensägenträger auch noch ihr Gesicht hinter etwas verbergen, sei es nun eine Gasmaske oder ein Sack, wie in Resident Evil 4. Ich wollte, musste, war dazu berufen, diesen Film zu sehen. Und so tat ich es auch, als er ins Kino kam.

Wer nicht weiß, was Fallout ist, gehört abgestraft, aber dennoch erkläre ich es. Fallout ist eine Videospielserie, anfangs noch von Interplay, mittlerweile von Bethesda (The Elder Scrolls Reihe) bzw. Obsidian, die in einer alternativen Realität in Amerika spielt, nachdem so ziemlich die gesamte Welt in einem Atomkrieg kaputtgebombt wurde. Einige Menschen konnten sind in sogenannten Vaults, unterirdischen Atombunkern, vor dem Krieg schützen und in Teil 1 und 3 wurde die Hauptfigur aus einem wichtigen Grund dazu gezwungen, den Bunker zu verlassen und in dem kaputten 50er-Jahre-postapokalypse-Amerika zu überleben. In Teil 2 war man bereits an der Oberfläche geboren, hatte somit erstmal keinen Vault, aus dem man aussteigen konnte. Man ist nicht wirklich in seinen Taten beschränkt, kann auch ganze Städte ausrotten, wenn es einem beliebt, Kinder bestehlen oder Leuten scharfen Sprengstoff in die Tasche legen und schnell wegrennen. Oder man ist gut und tut all das nicht sondern hilft ihnen, es steht einem alles offen.

Oooooh....

Ich für meinen Teil bin ein recht großer Fan der Fallout-Serie, selbst wenn ich es erst recht spät spielen konnte, weil sie nur stark geschnitten und einhergehend damit sehr verbuggt in Deutschland erschienen ist und ich damals, 1997, erst 9 war und nicht wusste, was das alles überhaupt war. Aber als ich sie dann in meinem Besitz hatte, habe ich gespielt, und gespielt, und gespielt! Bei der Ankündigung von Fallout 3 habe ich mein Leben durch die Awesomeness gelassen und wurde gleichzeitig dadurch wiedergeboren, selbst wenn es dann am Ende nicht so ganz Fallout war, wie ich erhoffte. Aber den letzten, kleinen Sprung zum Original Fallout wird New Vegas schaffen.

Zurück zum Kino, wir saßen dort, ich leicht angespannt, als er dann endlich begann. Und alles war so, wie ich es mir erträumte! Einsamer Wanderer, alles kaputt, Gasmasken, eine leerstehende Hütte, in der er die Nacht bleibt, die erste Siedlung voller misstrauischer Gestalten. Oooh wie fein! Und ab hier beginnen die Spoiler.

Irgendetwas stimmt nicht, dachte ich. Dieses Buch…Moment, ist da ein goldenes Kreuz auf dem Einband? Oh nein, bitte nicht, oh nein, bitte nicht! Dieser Film kann sich doch einfach nicht um die Bibel drehen, oder?

Doch ich wurde enttäuscht. Gott sprach zu Eli, er soll doch bitte die Bibel nach Westen bringen, er wird schon merken, wann er angekommen ist. Gott beschützt ihn vor Kugeln, lässt ihn irgendwie wiederauferstehen, nachdem er dann doch aus nächster Nähe einen Bauchschuss abgekriegt hat und dann ein kleines Boot umherrudern, weil das Menschen mit Bauchschüssen nunmal so tun. Der größte Lichtblick nach dieser Erkenntnis war der “Bürgermeister” der Stadt, gespielt von Gary Oldman, der seit Jahren nach diesem Buch sucht, um mit den darin stehenden Worten mehr Macht zu erlangen und Menschen kontrollieren zu können. Soetwas gefällt mir. Nur leider reichte das nicht aus, damit ich über die maßlose Enttäuschung hinwegsehen konnte, die aus meinem Falloutfilm plötzlich einen Bibelfilm machte, an dessen Ende dann noch Elis Begleiterin (Mila Kunis) seine Rolle übernahm und eine einsame Wanderin wurde, nur dass sie so überhaupt nicht dort hereinpasste und aussah, wie ein Model, das Kleider aus einer neuen Kollektion namens “Derelicte”, tehee, trägt.

Ich denke, nun kann man auch den Blogtitel verstehen und warum ich so disappoint.mkv bin. Und trotz allem, trotz allem schau ich mir den Film nochmal an, einfach weil die erste Hälfte zu gut ist und mich zu sehr an Fallout erinnert.

Be te weh, ich hab’s heute wieder installiert.

YAY Wasteland!

Jun 10 2010

Hi!

Heute war wieder großer Einkaufstag für mich, weil ich an Vorräten noch ungefähr 3 Scheiben Brot, Nüsselken Wasser in der Flasche und etwas Zeug zum aufs Brot tun da hatte, und das reicht nicht! Jedenfalls nicht lange. Glücklicherweise reichten sie aus, um zu verhindern, dass ich in die geriet und zu einer für jüngere Menschen wie mich humaneren Zeit einkaufen gehen konnte. 2 Uhr nachmittags!

Wer mir auf Twitter followed (und somit ein guter Mensch ist), der mag vielleicht gelesen haben, dass ich mich mal beim Einkaufsgang hoffnungslos verlief, da ich eine Abkürzung nehmen wollte. Merke: Abkürzungen funktionieren nicht. Ich irrte eine Stunde umher, bis ich mich dann der Technik ergab und Google Maps mit meiner Suchanfrage anwarf. “Nach Hause!” rief ich in mein Smoartfon, und da führte mich die freundliche Linie von Maps auch hin. Danke nochmal dafür! Ich bin aber ein mutiger Abenteurerpirat, weswegen ich mich von diesem kleinen Missgeschick nicht aus der Bahn werfen und ging heute wiedermals den Weg zum Edeka. Weil ich mich selbst überraschen wollte, schrieb ich mir im Vorfeld auch keinen Einkaufszettel, sondern ging völlig spontan mit ein paar Pfandflaschen (auch eine Flasche Mountain Dew darunter) in meiner auf der CeBit ergatterten Zotac-nun-zweckentfremdeten-Einkaufstasche los und schaute mich mit großen Augen im Wunderland Supermarkt um. Nachdem ich die Pfandflaschen in den Automaten warf.

Mir kam der heutige Einkauf eher wie ein Hindernisparcours vor. Schon die Paddel, die am Eingang stehen und einen rein- aber nicht mehr rauslassen griffen mich an und schlugen mir gegen die Beine, weil die Sensoren nicht mitbekamen, dass da noch jemand mit Einkaufswagen steht und an seiner Tasche herumfuhrwerkt. Dafür, dass der Parkplatz voll war, waren auch erstaunlich wenige Menschen im Edeka, mir kam es fast vor, als hätten sie geschlossen. Dieser Gedanke wurde gestützt von den gerade stattfindenden Umbau-, Reparatur- und Regal-wieder-auffüllarbeiten, wodurch überall Einkaufswagen mit Paletten voller Konserven, Bohrern und Tiefkühltheken standen. Das brachte meinem Abenteurerdrang aber keinen Abbruch, noch dazu hatte ich keine Lust, zum Rewe zu gehen, also blieb ich und wand mich durch die Gänge, wie eine Schlange, die einen Einkaufswagen vor sich herschob.

Wie ich bereits sagte, war es 2 Uhr nachmittags, was heißt, ich war etwas müde und fiel desöfteren aus der Realität heraus. Am Kühlregal angelangt und Pudding anschauend stand ich auf meinen Einkaufswagen gestützt herum, mich vom Schlaf der heut’gen Nacht (ich hab was schönes geträumt!) und der Schlängelei erholend und driftete ein wenig ab. Pudding ist eine feine Sache, allein das Wort ist schon toll, und er schmeckt prima. Deswegen steh ich gern am Puddingregal und schau mir die Etiketten an. Die Edekamitarbeiterin, die sich von hinten anschlich, sah wohl nicht ein, dass ich meinen Tagtraum verdient hätte (Pudding…) und knallte einen leeren Getränkekasten auf die kalten Fliesen. Wie ein Rehkitz sprang ich auf und hüpfte von dannen, mich panisch nach hinten umschauend um sicher zu gehen, dass die böse Kistenfrau nicht wieder hinter mir spawnt und laute Geräusche macht.

Doch wie so vieles hatte auch diese erschreckende Situation ihr Gutes, denn ich wurde in die Getränkeabteilung getrieben und dort sah ich den Grund für diesen Blogeintrag.

Eine Dose, zierlich, nichtmal 0,33l haltend, stand auf Augenhöhe herum, sich nicht für die Welt um sich herum interessierend. Das trifft schon auf ein paar Dosen zu, doch diese war anders. Viele Leute sagen, sie achten nicht auf Äußeres, ich sage das nicht, weil ich auf das Aussehen achte. Und diese Getränkedose hatte alles, was ich mir je von einer Getränkedose erhoffte, erwünschte! Mattschwarz, ein kleines Logo im unteren Bereich mit einem Titel, dessen Brillanz mir bis heute nicht aus dem Kopf geht: Schwarze Dose 28. Oder ACAI, bin ich mir nicht sicher, beides sieht irgendwie Titelhaft aus. Vielleicht ist ACAI auch der Untertitel…so wird’s wohl sein. Und weil Bilder mehr als tausend Worte sagen und schweigen Gold ist, die Feder mächtiger als das Schwert und Stein die Schere schleift, zeige ich euch nun das Meisterwerk des Produktdesigns.

Frisch aus dem Kühlschrank direkt in meine Hand!

Schaut sie euch an, wie sie da in meiner Hand verweilt, nur darauf wartet, dass man ihr einen Stock und Zylinder equipped. Ich bin auch ein wenig stolz auf mich selbst, dass ich es schaffte, ein so scharfes Foto zu schießen. Es brauchte nur vier Anläufe.

Jetzt, wo ihr gesehen habt, wie man ein Produkt designen sollte, fragt ihr euch bestimmt, wie ist das eigentliche Produkt? Im Vorfeld stöberte ich etwas an der Seite der Dose um herauszufinden, was es überhaupt für ein Getränk ist und geantwortet wurde mir mit “Premium Drink”. Jawohl, dieses Getränk ist so verdammt badass, dass es keiner weiteren Beschreibung bedarf. Und nun habe ich gelogen, denn es steht noch mehr auf der Dose. Neben der Tatsache, dass der Inhalte “längeranhaltende Energie” liefert, ist es ein Erfrischungsgetränk mit erhöhtem Koffeingehalt, Acaigeschmack (Ah!), Guarana, Kräutern und Isomaltulose. Und einem Sternchen, welches man nur in begrenzten Mengen verzehren darf. Aber wenn sich Super Mario nicht dran hält, warum sollte ich?

Ein wichtiger Punkt ist, dass dieses Getränk dem Tag 4 Stunden mehr bringt und “natürlich ohne Taurin” ist. Wie man das natürlich zu verstehen hat, wird nicht weiter erläutert, aber sei es drum, ich wollte endlich wissen, wie es schmeckt! Kleiner Exkurs um den Leser weiter auf die Folter zu spannen: ich vertrage Energy-Drinks nicht wirklich gut, nachdem ich für ein paar Wochen jeden Tag zwei Dosen Rockstar getrunken habe. Eine davon steht auch in meinem Regal. Wie sich die Unverträglichkeit bemerkbar machte? Erbrechen. Und damit meine ich nicht den hier.

Badum-tis

Aber zurück zum Wesentlichen!

Glücklicherweise habe ich mir heute auch schon die Fingernägel geschnitten, sodass die Gefahr von umgeklappten, blutigen Nägeln drastisch verringert wurde und ich einigermaßen sicher an diesem Dosenöffnungpinörkel herumhandwerken konnte. Ein Zisch und das Austreten von Schwarze Dose 28 aus Schwarze Dose 28 ließen nur einen Schluss zu: es hat Kohlensäure und es ist rot (auch das erkannte ich am Zischen, mhm). Einige genussvolle Schlucke später war die Dose geleert, 25oml sind nicht so viel, doch auch noch nach 2 Stunden merke ich die Wirkung des Koffeins und freue mich darüber diese Dose gleich auch ins Regal stellen zu können.

Be te weh, für die Damenwelt dort draußen, die sich zwar nicht im Internet herumtreibt aber vielleicht in der Zeitung meinen Blog liest: Schwarze Dose 28 enthält das Coenzym Q10. Wie in eurer Creme, nur zum trinken! Mein Magen wird glatt wie ein Baby…magen. Ich kann’s kaum erwarten! (wie auch die Internisten)

Übrigens hab ich mir auch Pirateninstantnudeln gekauft.

ARR!