May 26 2010

Hi.

Manchmal, da fühlt man sich irgendwie fehl am Platz. Nicht, weil man sich verlaufen hat, sondern aus einem anderen Grund. Heute ist es mir passiert.

Wie einige von euch wissen mögen, vermutlich sogar alle, bin ich im Moment in einer Prüfungsphase, es geht nur für die Prüfungen in Richtung Schule, ansonsten sind wir frei. Einerseits ist das eine wunderbare Angelegenheit, weil, hey, freie Zeit. Andererseits muss man auch für die anderen Prüfungen lernen, was doof ist, und wenn man es nicht tut, hat man ein schlechtes Gewissen, was auch doof ist. Deswegen versuchte ich nun am heutigen Tage zum zweiten Mal etwas, das mir Zeit sparen sollte, mich aber nur in eine Situation warf, die mich verwirrte. Ich versuchte um 11 Uhr, genau nachdem die Prüfung vorbei war, einkaufen zu gehen.

Die 24 Stunden des Tages scheinen verschiedenen Gruppen zugeordnet zu sein, in denen alle anderen Menschen außer dieser Gruppe eine Minderheit darstellen. 13 Uhr? Schulkinder. Überall. Ich komm in meine Wohnung, zack, Schulkinder im Kühlschrank. 16-18 Uhr sind es die Arbeitnehmer, die gerade von ihrem Arbeitsplatz kommen und angefressen im Auto gammeln. Aber ich kam in eine Zeit, die mir meist verschlossen blieb. 11 Uhr.

Ich lief durch den Regen (im Mai.) Richtung Rewe, da ich keine Lust auf irgendwas hatte, wollte ich mir schäbiges Tiefkühlessen, Salzstangen und “Der Gelbe” (so wie Der Grüne, den alle trinken, nur schmeckt er voll nach Zitroneneistee!) kaufen. Hey, sollte doch schnell gehen. Wie immer achtete ich auf meinem Weg Richtung Einkaufen wenig auf die Art der Menschen, die um mich flockte, ich erkannte sie nur als Hindernis in meinem Weg. Bis ich dann im Rewe war und stärker auf die Umgebung achten musste, ich musste ja Sachen aus Regalen schnappen. Im ersten Moment dachte ich, ich hätte mich verlaufen. Wäre von der Strecke abgekommen, über ein paar Häuser drüber und dort angekommen, wo mich kein GPS-Satellit mehr gefunden hätte.

Warum waren hier so verdammt viele alte Menschen?

Nicht nur, dass ich mich wie im Altersheim fühlte, nein, es war wohl noch ein Mädchenaltersheim, da nur Ommas unterwegs waren. Mit dieser komischen Zellophanfolie um den Kopf gewickelt, die die Dauerwelle vor Regen schützen soll. Und schon am Eingang kamen die ersten Probleme, alte Menschen sind langsam. Sie sind unheimlich langsam. Ich weiß, sie können nichts dafür, aber wirklich, müssen sie ausgerechnet in meinem Weg langsam sein? An diesem Punkt dachte ich schon, dass sie mich alle trollen wollen, schob den Gedanken dann doch beiseite, weil sie vermutlich nichtmal wissen, was ein Troll ist. Im neuen Sinne. Ich zwängte mich also durch nach Creme riechende Leiber in Richtung Getränke und Knabbereien, schnappte mir schnell mein Getränk und mein Knabberei, und machte mich auf den Weg zu- oh eine alte Frau. Mitten im Weg. Sie machte nichts, sie stand nur da. Und wartete.

“Fgsdfds, junge Dame! Würden Sie bitte einen Schritt zur Seite machen, sodass ich mich an Ihnen vorbeibeefen kann?” HÄTTE ich gesagt, würde ich mit Menschen beim Einkaufen die mir nicht die Ware scannen kommunizieren. Drum dacht ich nur “Ach vergiss es.” ging ums Regal herum in Richtung Kühltheke und wie zum Teufel kam die alte Frau vor die Kühltheke? Das ist doch…ich bewege mich im Vergleich zu ihr in Überschallgeschwindigkeit fort und sie hat es dennoch geschafft, vor mir genau dort zu sein, wo ich hinwollte? Und da stand sie und starrte durch die Scheibe auf die gekostete Tiefkühl. Ich stand erst einen Moment herum und dachte dann, ich sollte irgendetwas tun. Was tut man in einer solchen Situation also? Wie man meinem letzten Blogeintrag entnehmen kann, bin ich etwas socially awkward, also habe ich mich einfach zu einer anderen Tiefkühltheke begeben und etwas von “Pizza Pizza Pizza…” gemurmelt, so tuend, als würde ich mir tatsächlich Pizzen anschauen. Dabei ließ ich die Wartende nie aus dem Blick, sie muss irgendwann weg.

Schmerzhaft rumpelte mir ein AOK-Chopper in die Hacken, ich sah mich um, eine Frau schaute mich böse an, als hätte ich ihr im Weg gestanden, und kullerte weiter durch den Markt. Ich wandte meinen Blick wieder der Wartenden zu…doch sie war weg. Ist sie in der Zeit, in der ich wegschaute, gestorben und zum Geist transformiert? Verspukt sie nun die Tiefkühltruhe auf Ew’gkeit, auf dass niemand mehr gefrorenes Glutamat in Nudelform kaufen kann? Vorsichtig, mit meinem PKE-Meter in der Hand, bewegte ich mich zu meinen Nudeln in Spinatpampe, doch kein Ausschlag. Sollte ich sie mir eingebildet haben? War sie ein Hirngespinst, eine Fata Morgana hervorgerufen durch den Temperaturunterschied zwischen Raum und Tiefkühltruhe? Ich schüttelte den Kopf, nahm mir die Spinatpampenudeln und ging zur Kasse, ab an die kürzeste Schlange wo nur zwei alte Frauen und vermutlich ein Mann in seiner Mittagspause waren, und stellte mich hinter den Mann. Alles nice, alles entspannt, noch schnell Bonbons geschnappt weil sie so lecker sind und weiter angestanden.

Leckere Bonbons.

Wie lange man wohl brauchen kann, Kleingeld aus seinem übergroßen Lederportemonnaie zu kramen? Mh, mh…jaja…ah, fertig. Die Schlange rückt eins vor und OMMA OUT OF FUCKING NOWHERE! Ich mein, seriously, dude, direkt vor mir emerged eine Omma aus dem Boden mit Salat in der Hand, schaut mich an und drängt sich vor. Eiskalt. Wie meine Spinatnudeln. Ohne ein Wort zu sagen steht sie da, hält ihren Salat fest in ihrer Hand auf dem Band, sodass der Bengel hinter ihr ja nicht auf die Idee kommt, ihn wegzuhauen um seinen rechtmäßigen Platz wieder einzunehmen. Und ich konnte auch nicht anmerken, dass sie sich hinten anstellen soll, denn ich war die Minderheit. Minderheiten haben kein Recht. Ich musste akzeptieren, was geschah. Sobald sich das Band der Kasse etwas bewegte, schaute mich die Omma wieder an, als würde ich erst dann bemerken “OH halt! Da hat sich ja wer mit einem Salatkopf vorgedrängelt!”. Zum Glück hatte sie wenigstens den Anstand, schon Geld in der Hand zu haben und nicht erst ihre Geldbörse aus der Handtasche kramen zu müssen, wobei ihr die Zellophanfolie vom Skalp rutscht, die sie dann wieder zurechtrücken muss. Eins sei euch gesagt: es gibt viele Zeiten, in denen sich Menschen wie wir sich frei umherbewegen können. Aber 11 Uhr, 11 Uhr gehört den Rentnern. Und sie werden alles in ihrer Macht stehende tun, um euch den Aufenthalt so unangenehm wie möglich zu gestalten.

Alte Leute…

May 21 2010

Hi

Wir Nicht-Guidos, die wir weder VoKuHiLa noch komische, gewaltige Glitzerohrstecker haben, kommen ziemlich gut miteinander aus. Wir können uns über die lustigsten Dinge unterhalten, wie Body Surfing in Prototype, Smartphones, PC-Komponenten oder Body Surfing in Prototype weil es, und da kann man mir nicht widersprechen, einfach keine coolere Fähigkeit in diesem ganzen Universum gibt als diese. Außer man kann sich Kettensägen wachsen lassen. Eine Menge Spaß wird dabei von uns gehabt und Grundsatzdiskussionen in manierlicher Weise ausgeführt, ob Linux doof ist oder nicht (es ist doof) oder ATI oder Nvidia (Nvidia), wir fühlen uns wohl dabei.

Leider sind diese Nerdtreffen nicht so häufig wie man sie sich vielleicht wünscht, denn in jeder anderen Situation im Alltag hat man eher mit “normaleren” Leuten zu tun, die vielleicht mal an einem Computer saßen und einen elektronischen Brief versendeten, mehr aber auch nicht. Vielleicht befindet sich so eine Person auch aus irgendeinem Grund im eigenen Freundes-/Bekanntenkreis, wie auch immer. Dies ist eine äußerst interessante Angelegenheit, denn eigentlich habt ihr nichts gemeinsam, seid aber dennoch in den Freundeskreis des jeweils anderen gerutscht, ohne, dass er es merkte. Und plötzlich ist man dann da, in einer Diskothek oder, Neudeutsch, Club und steht herum, während billig-Techno aus den Lautsprechern dröhnt. Während man nach oben schaut und sich fragt, welche Lautsprecher das wohl sein mögen (zu schade, dass der Nebelmaschinennebel die Marke verdeckt) schaut einen sein Bekannter grinsend an, zeigt auf die Mitte des Raumes, bewegt seinen Mund und geht weg, das Bier nach oben haltend. Was hat er gerade gesagt? Warum werden Clubgetränke nicht in Sportflaschen ausgegeben, damit man sie nicht nach oben halten muss um sich nicht zu bekleckern? Warum hat er eigentlich dahinten hin gezei- oh, er tanzt.

Sieht gar nicht so schwierig aus. Man geht hinterher, seine reingeschmuggelte Mountain Dew Flasche nicht nach oben haltend müssend, da sie einen Schraubverschluss hat, es aber dennoch tun weil sie verdammt awesome in diesem Schwarzlicht/Stroboskopmix aussieht, und beobachtet weiter. Beine bewegen sich, Körper bewegt sich, Kopf und Arme auch, letztere aber nicht in einer Weise, die das Bier verschüttet. Versuchen wir es mal! Ab hier gibt es zwei Möglichkeiten, wie es verläuft:

Und so steht man mit wild schlackernden Beinen und rudernen Armen auf der Tanzfläche und schlägt immer äußerst knapp am Gesicht des hübschen Mädchens neben einem vorbei.

Oder man dreht seinen Oberkörper ein wenig, wackelt leicht mit dem Kopf und tappst mit seinem Fuß auf den klebrigen Boden.

Und es beginnt. Mach ich das hier richtig? Ich sehe sicher dumm aus. Die anderen schauen mich an. Da hinten lacht jemand, bestimmt über mich. Oh nein. Oh nein. Was hab ich mir dabei gedacht? Langsam aber sicher fährt man das herunter, was man getan hat, aus schlackernden Beinen und rudernden Armen wird nach und nach ein Kopfkratzen, das Oberkörperdrehen und Kopfwackeln wandelt sich langsam zu einem “Mh, jetzt hab ich doch glatt einen beliebigen Gegenstand auf dem Boden verloren, dessen nähere Beschreibung ich mir ausdenke, sobald mich jemand fragt, und suche ihn.” und man bewegt sich in Richtung Bar. Dort steht man, umringt von schwitzenden Menschen die überteuerte Getränke bestellen und schaut sich um. Mhm, oh ein hübsches Mädchen. Ah ja da hinten ist ja…

Was denken die Leute? Bestimmt fragen sie sich, was ich hier mache. Oh Gott, das Mädchen schaut mich an. Starre ich gerade? Schnell wegschauen, sie denkt jetzt sicherlich ich sei gruselig. Ich tue mal so, als sei was mit meinem Handy…aus der Tasche ziehen…Entsperren…oh schau, schon 20.30 Uhr, wir sind seit 10 Minuten hier. Mhm…ein bisschen durch die ganzen Anwendungen blättern, vielleicht noch den Kalender anschauen…leer. Okay…was nun…?

Und so steht man da an der Bar, die Zeit abwartend, bis es nicht mehr unhöflich ist zu gehen, und schaut regelmäßig auf das Handy, um irgendwie beschäftigt zu wirken. Ich weiß nicht genau, wie man es auf Deutsch bezeichnen könnte, als mit “man fühlt sich unwohl in sozialen Situationen/weiß nicht, wie man sich in solchen Situationen verhält”, im Englischen sagt man socially awkward. Und dies ist das Krux, dass so viele von uns zu tragen haben. Jeder, der freundlich lächelnd in einer Gruppe von Menschen steht und immer nickt, weil er wartet, bis er etwas sagen kann, er aber einfach keine Gelegenheit hat und es als unhöflich empfindet, einfach zu unterbrechen, ist einer von diesen Personen. Jeder, der gerade einkaufen war, dem aber einfällt, dass er etwas vergessen hat es aber zu peinlich fände in den selben Supermarkt zu gehen und sich deshalb einen anderen sucht um das zu kaufen obwohl der andere Supermarkt viel zu weit weg ist…ist einer von ihnen.

Ich weiß nicht, wie es euch dabei geht, aber ich glaube, hier wissen viele, wovon ich rede. Denn sie sind, wie auch ich…

Das bist du!

Der Socially Awkward Penguin.

May 19 2010

Hi
Zwei nette Leute redeten davon, wie sie sich Webspace mieteten JESUS CHRISTUS dieses Laufwerk treibt mich in den Wahnsinn! Wie sehr kann das Ding denn noch rumklackern? Gute Güte…wie gern ich mal draufhauen würde. Wie dem auch sei, zwei nette Leute redeten davon, wie sie sich Webspace mieteten und noch einen Platz bzw. eine Domain frei hätten. Hm, dachte ich mir. bplaced ist zwar toll werbefrei, aber leider kann ich kaum Widgets für WordPress installieren. Und eine eigene Domain wäre auch ganz schön, eine, wo kein “bplaced” drin vorkommt. So entschied ich mich, dort einzusteigen, und netterweise stimmten die zwei netten Leute zu.

Diese beiden haben nämlich auch vor kurzem mit dem Bloggen begonnen und nichts läge da näher, als eine awesome Gruppe aus Bloggern zusammenzubasteln, die sich alle einen Webspace teilen! Drum wird dieser Blog erneut umziehen um der dritte Teil des Triumvirats zu werden, doch sorget euch nicht! Ich werde auf dieser Seite ( ) einfach eine Weiterleitung einrichten, die euch in die neue Awesomeness bringt, und zwar hierhin!

http://www.harlevin.net/

Was zwar am 20.5.2010 um 00.37 Uhr nachts noch eine 404 Seite ist, aber das wird sich vermutlich noch in dieser Nacht ändern. Sobald Thunderbird alle E-Mails heruntergeladen hat und dieses verfluchte Laufwerk seine Klappe hält, kann alles losgehen!

Bis dann und entschuldigt die Unannehmlichkeiten.

Sei ruhig!

Posted by at 10:38 pm Tagged with:
May 16 2010

Hi

The IT-Crowd ist schon eine tolle Sendung. Wer sie nicht kennt, hat etwas verpasst und wird jetzt persönlich von mir böse angeschaut. Da, merkt ihr es? Ich hoffe doch. Sie handelt von der IT-Abteilung in einer Firma, bestehend aus den typisch-sozialbehinderten Moss und Roy. Bis eines Tages, in der ersten Folge, eine Frau in ihr Revier eindringt und die Leitung der Abteilung übernimmt, trotz völliger Ahnungslosigkeit. “Sending emails, receiving emails…deleting emails…I could go on.” Eine überaus amüsante Comedysendung, die allein dadurch schon Pluspunkte kriegt, weil Moss in einer Folge F.E.A.R. spielt. YEAH!

Das sind sie!

Doch haben auch Roy und Moss ein “Problem”, welches auch ich habe. Besser gesagt hätten sie es, wenn ihr Freundeskreis nicht aus dem jeweils anderen bestünde. Was er aber nicht tut. Abgesehen von diesem Deutschen, der Moss essen wollte, aber das ist was anders als Freundschaft. Denken jedenfalls die Briten.

Da sitze ich entspannt in meinem Zimmer, setze eine Kontaktanzeige auf um jemanden zu finden, der gegessen werden möchte, da klopft es dezent an der Tür. “Ooh, wer mag das sein, ich freue mich schon sehr darauf, dieses Tor zu öffnen und zu schauen, was die Welt mir dortvor gestellt hat!” rufe ich aus und rolle auf meinem Bürostuhl dahin. Langsam, wie in einem Horrorfilm, drücke ich die Klinke hinunter, die letzten Momente der Vorfreude auf dieses klopfende Geschenk vor meiner Tür genießend. Siehe da, siehe an, ich schaue mich um und entdecke einen Menschen direkt vor mir. Wie schön, das freut mich! Ich habe gehört, manche davon sind ganz in Ordnung!

“Hey ich hab ein Problem mit meinem Laptop.” Ich könnte mich um 360° auf meinem Bürostuhl drehen und wieder wegrollen oder dableiben, diese Auswahlmöglichkeit habe ich. Look West gab nur “You see a wall” zurück. Da ich zur Klasse der Gentlemen gehöre, blieb ich dort und schaute das Fräulein vor mir an. Tausend Fragen schossen mir durch den Kopf, als sei ein Krieg der Gedanken dort ausgebrochen und die Fragen sind die Munition für ihre unheimlich fortschrittliche Gedankenbewaffnung. Und eine davon traf mein Sprachzentrum.

“Was ist denn los?” Smooth und gelassen redete ich drauflos, gespannt auf die Antwort. Besser gesagt ganz und gar angespannt. Denn obwohl ich etwas über Computer weiß, bin ich nach wie vor weit davon entfernt, wirklich Ahnung zu haben. Und wenn ich das Problem nicht lösen kann, was geschieht dann nur mit meinem wunderbaren Ruf?

“Das Bild ist irgendwie gedreht.” Besorgt schaute sie mich an, Hoffnung glänzte in ihren Augen, vielleicht auch etwas…mehr als das? Uns allen ist klar, dass wir die neuen Ritter in strahlender Rüstung sind, die auf dem weißen Ross angetrabt kommen und die Prinzessin in Not vor dem großen Drachen retten. Nur haben wir die strahlende Rüstung durch Meme-Hoodies oder fleckige Publisher-Shirts ersetzt und aus dem Pferd wurde ein Stuhl mit Rollen drunter…die Prinzessin hat auch nicht mehr ein Kleid an sondern vermutlich Jeans und Top…und der Drache ist ein Computer der nicht so will wie die Prinzessin will…aber sonst IST ALLES GLEICH! In_die auf dem_angetrabt kommen und die_in Not vor dem_retten. Kaum ein Unterschied auszumachen, wie ich finde.

“Keine Sorge, junges Fräulein!” donnerte meine Stimme den Flur hinunter. “Ich kümmere mich darum!” Mit vor Stolz anschwellender Brust zog ich meine Lanze in Form meines Wissens hervor und machte mich auf, das Monster zu besiegen. Lauthals meinen Kampfschrei brüllend an ihrem Laptop angekommen schaute ich mir die Sache an. “Mh…Strg, Alt oder beide zusammen und Pfeil nach oben und alles sollte wieder exzellent sein, mein Fräulein.” Warum sie mich so verstört anschaute, konnte ich mir nicht erklären, doch hob ich zum Abschied nochmals mein Helmvisier und rollte lauthals meinen ich-hab’s-erledigt-Schrei brüllend zurück in mein Zimmer, Bürostuhl sei Dank.

Es freut mich immer, helfen zu können, mit dem kleinen bisschen an Wissen, das ich hab. Aber irgendwie habe ich dennoch manchmal das Gefühl, ein wenig als kostenloser Tech-Support benutzt zu werden. Es wäre viel schöner für mich, wenn nebem dem Laptop ein Schälchen voller Süßigkeiten stünde, die ich dann genüsslich veromnommen könnte während ich so tue, als würde ich was machen, bis das Schälchen dann ganz leer wäre. “Ach, natürlich!” könnte ich dann sagen, und wie in Filmen mit einem Druck auf Enter alles lösen. Oder explodieren lassen, je nach Film. Das wäre schön. Vielleicht sollte ich mir einen Sticker an mein Oberteil kleben. “Mache alles, solange Süßigkeiten da sind”. Ja, das sollte ich wirklich machen…

Wie dem auch immer sei, fgsdfds, Intel, dafür, dass ihr diese komische Funktion in euren Treiber eingebaut habt! Ihr glaubt nicht, wie viele Leute unabsichtlich mit ihrem Gesicht über die Tastatur rollen und diese Tastenkombination drücken! Pf, wie lief das denn überhaupt ab?

“Ich habe dieses Meeting einberufen, weil wir noch irgendeine Funktion für unseren Grafiktreiber suchen. Die erste haben wir bereits, was soll die andere sein?”

-”Leute, LEUTE! ICH HAB DIE IDEE!” Vielen Dank dafür, Mann von der Straße der Fäden seiner Decke verkauft, dass Sie in das Intel-Treiberentwicklungsgebäude (…Treiberhaus?) eingedrungen sind. Und Kopf hoch aufstrebender Angestellter, der nach diesem Vorfall kündigte, Ihre Idee, auf Knopfdruck Karl Klammer umkippen zu lassen wird sicherlich von einer Firma aufgekauft.

Doofer Karl Klammer.

Posted by at 8:16 pm Tagged with: , , , ,
May 13 2010

Hi

Um einen weiteren Teil des Bloguntertitels und des Blogtitels selbst zu erfüllen, bin ich jetzt um 3 Uhr nicht im Bett sondern sitze vor dem Laptop und meinem Großrechner mit 17,3 Terrawatt Festplattenplatz und blogge. Gerade installiere ich ein Spiel auf meinem Rechner, was unweigerlich zu etwas führt, was typisch ist für den Bereich der IT.

Warten.

Woran man auch gerade sitzt, irgendwann kommt es dazu, dass man warten muss, sei es, weil ein Virenscan läuft, weil man etwas kopiert, weil man etwas dekodiert, brennt oder eben installiert. Man kann während all diesen Dingen nicht viel machen, kein großes Spiel starten, da der aktuelle Vorgang zu kurz dafür ist und man direkt danach weitermachen möchte/muss,  Instant-Messenger starten wäre ungut, da man zu schnell wieder weg wäre. Man kann aber auch nicht einfach da sitzen und warten, weil es dafür zu lange dauert. Ich bin der festen Überzeugung, dass in einer groß angelegten Studie und vielen Testvorgängen diese Zeit gefunden wurde, die Zeit, in der man weder etwas tun noch nichts tun kann. Die Schwebe.

Kluge Wissenschaftler mit weißen Kitteln um den Leib geschnürt haben sich in die Welt der IT eingeschleust, die Firmen glauben lassen, sie hätten nur das Beste für die Kunden im Sinn. Sie fanden die Schwebe, nannten sie den Programmieren als die Zeit, in der der Kunde zufrieden mit dem Produkt ist und denkt, es würde stark arbeiten. Zu kurz, und er denkt, es wäre nicht gründlich oder hätte Fehler gemacht. Zu lang und er denkt es sei abgestürzt. Die Schwebe hat dieses Problem behoben, so scheint es jedenfalls für die Firmen. Doch die Wissenschaftler, wie sie nunmal sind, haben anderes im Sinne, mehr! Die Schwebe ist nur Mittel zum Zweck für die Weißmäntel mit Brille und Clip-Board. Sie mussten diesen Zustand künstlich herbeiführen, in jahrelanger Arbeit, immer in der Angst lebend, sie könnten entdeckt werden, um eines zu sehen. Eines zu erforschen.

Was tun wir, wenn wir warten müssen, aber an unseren Platz gebunden sind?

Die Wissenschaftler konnten natürlich keine Studie durchführen, in der sie Menschen mehr oder minder freiwillig an Stühle fesselten, dazu fehlt ihnen die Berechtigung wie auch die Oberkörperspannung. Deswegen musste es auf diese Weise geschehen, perfide, subtil und geschickt. Als mir dies auffiel, habe ich mich mal selber dabei beobachtet, was ich tue, wenn ich am PC warten muss. Und diese Verhaltensweisen sind äußerst befremdlich für Außenstehende, als würde man einen Tiger dabei beobachten, einen Baum zu pflanzen. Ist die Wartezeit sehr lang, die Gears of War Installation lässt grüßen, so klicke ich mich wild durch meine Partitionen auf der Suche nach etwas lustigem. Völlig ziellos navigiere ich die Maus hier- wie auch dorthin, lasse meinen Finger über die linke Maustaste tanzen wie es mir beliebt und lande überraschend oft auf irgendeinem Bild. Manches Mal gelange ich auch in meine Nostalgieecke, irgendwelche Backups von anno dazumal, in denen Chatlogs, Lieder oder Grafiken enthalten sind, die mir die guten alten Zeiten wieder Nahe bringen. Protipp: alte Chatlogs sind häufig peinlich. Da fragt man sich, wie man überhaupt darauf kam, sowas zu schreiben. Beinahe so, als schaue man sich alte Forenbeiträge an. Aber die Musik in der Nostalgieecke ist prima.

Die nächstkleinere Stufe ist die normale Schwebezeit, die sich für kurze Internetangelegenheiten wie zum Beispiel schnell mal einen Preis bei Amazon nachschauen, E-Mails checken und dann twittern, dass man gerade in der Schwebe steckt. Wie es die Normalität an sich hat, ist diese Zeit sehr unspektakulär und, so haben es die Wissenschaftler herausgefunden, der langweiligste Waitstate für uns. So gedenke ich aller, die sich in diesem Moment darin befinden. Ihr werdet nach genau der lamesten Zeitspanne wieder befreit.

Und dann, dann gibt es noch die Minischwebe. Sie ist wie ein aufgedrehter Kläffer dem Ritalin verabreicht wurde, gerade noch so das, was sie ist, aber doch irgendwie eingeschränkt darin. DirectX installieren oder eine CD zu brennen sind Beispiele für diese Art der Schwebe, in der man sich denkt “Gleich ist es vorbei” obwohl man weiß, dass gleich einfach nicht das angebrachte Wort ist. Demnächst wäre jedoch wieder zu weit in der Ferne. Die Minischwebe ist absolut ungreifbar, kein Wort im deutschen Sprachschatz existiert für diese Zeitspanne, wie auch keine wirklich sinnvolle Tätigkeit. Sie bietet nicht einmal genug Zeit, um Minesweeper zu spielen, aber genug, um doch irgendetwas tun zu müssen. In der Minischwebe klicke ich gerne auf dem Desktop umher, sei es mit rechter oder linker Maustaste, bin ich mutig auch mit der mittleren. Ich ziehe Rahmen um Icons und wieder zurück, wähle sie an und ab, schau mir die Größe verschiedener Ordner an oder öffne den Arbeitsplatz, nur um ihn darauf wieder zu schließen.

Aber eines haben alle dieser Schwebetypen gemeinsam, sobald ein Ladebalken da ist, fahre ich mit dem Mauszeiger an dessen aktuelles Ende und schaue, ob er sich überhaupt fortbewegt. Ein erneuter Gruß an Gears of War, wo eine Viertelstunde lang dieser Balken starr wie ein Ast der Verachtung auf meinem Bildschirm verweilte. Dafür beschuldige ich die Wissenschaftler, sie nahmen uns die interessanten Installationsscreens, mit Screenshots aus dem Spiel, Tipps dazu oder ein paar Fetzen der Story, wo man lange genug beschäftigt war, um sich nicht zu langweilen. Jetzt hat man, wenn man Glück hat, ein nicht an die Bildschirmauflösung angepasstes Bild des Packshots und den Ladebalken. Pf. Kittelträger.

Übrigens, für mich ist auch das Lesen von Texten am PC eine Art Schwebe, in der ich vor allem eines tue. Ich markiere den Text. Sei es der Abschnitt, die Zeile oder den gesamten Text, ich fahre mit gedrückter Maustaste darüber und schaue mir an, wie aus schwarz weiß wird und aus dem Weiß des Hintergrundes das Markierungsblau.

Was die Wissenschaftler aus unserem Leid ziehen werden, das ist selbst für mich ein Rätsel, trotz der Tatsache, dass ich ihre Wege erkenne. Aber ihr Ziel ist verschleiert, um dieses zu erkennen brauche ich eine der dickglasigen Brillen.

Pf. Schaut ihn euch an.

Falls ihr euch fragt, wie sie uns überhaupt beobachten können, denkt mal darüber nach, wieso in so vielen Notebookdeckeln eine Webcam ist.

Und wer sich fragt, was aus meiner Installation vom Anfang wurde:

Das Spiel läuft nicht.

Posted by at 2:43 am